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Eine Zwangsheirat ist eine Eheschließung, die gegen den Willen mindestens einer der beiden Beteiligten durchgeführt wird. Meist sind Frauen und Mädchen unter 18 Jahren davon betroffen. 

Täglich werden 39.000 Frauen gezwungen, vor den Altar zu treten. Das heißt, dass alle zwei Sekunden ein Mädchen ihre Chance auf ein freies, selbstbestimmtes Leben verliert. Zwangsheirat bedeutet meist auch das Ende ihrer Schulbildung und dass sie schon sehr früh Kinder gebären. 

Ohne Hilfe von außen ist es den Frauen meist nicht möglich aus diesem Teufelskreis auszubrechen. 

Differenzierung der Begrifflichkeiten 

Oft führt es zu Missverständnissen, weil es viele ähnliche Begriffe gibt. 

Eine arrangierte Ehe ist z.B. keine Zwangsheirat. Sie wird zwar durch Dritte initiiert, aber die letztendliche Entscheidung liegt bei den Ehepartnern. Somit gehen sie die Heirat freiwillig ein. 

Zwangsverheiratung und Zwangsehe sind Unterbegriffe der Zwangsheirat. Wenn eine Zwangsverheiratung stattfindet, bedeutet das, dass eine Heirat gegen den Willen von einem oder beiden Partnern geschlossen wird. Eine Zwangsehe bezeichnet hingegen eine bereits bestehende Ehe, die gegen den Willen einer Person aufrechterhalten wird. Allerdings trifft das auch zu, wenn diese Person die Ehe ursprünglich freiwillig eingegangen ist. 

Wo findet Zwangsheirat statt? 

Leider werden in sehr vielen Ländern Eheschließungen erzwungen. Eine von CARE in Auftrag gegebene Studie zu Zwangsheirat („Vows of poverty“), zeigt, dass allein in 26 Ländern eine Zwangsehe für Mädchen wahrscheinlicher ist als eine weiterführende Bildung. Auf dieser Liste stehen Länder wie z.B.: Tansania, Afghanistan, Mali, Malawi, Nigeria, Uganda und einige mehr.  

Insgesamt sind über 250 Millionen der Mädchen zum Zeitpunkt der Zwangsverheiratung nicht älter als 15 Jahre alt. 

Welche Gründe für eine Zwangsheirat gibt es?  

Die Motive sind vielfältig. Das „Ansehen der Familie“ ist meist das Hauptmotiv, aber auch materielle Interessen spielen eine große Rolle, denn manchmal ist es auch der Fall, dass die Familie der Betroffenen Geld für die Eheschließung bekommt. Mit diesem Geld kann sich die Familie oft das Überleben über einen langen Zeitraum sichern. Frauen und Mädchen werden auch zur eigenen Sicherheit verheiratet. Das tritt vor allem in Fluchtsituationen auf, denn mit einem Ehemann haben sie eine Person, die für ihre Sicherheit sorgt.  Aber auch die nicht angenommene sexuelle Orientierung des Kinds kann ein Grund für eine Zwangseheschließung sein. Die Betroffenen sollen verheiratet werden, weil sie schwul oder lesbisch sind. 

Folgen einer Zwangsheirat 

Wo Zwangsheirat eine Tradition hat, bleibt sie leider auch oft eine. Allerdings hat das schlimme Folgen für die Betroffenen. Beispielsweise sind keine Bildungschancen mehr gegeben und oft erleben Frauen in erzwungenen Ehen Gewalt und Missbrauch. 

Durch das oft sehr junge Alter der Mädchen ist die Gefahr von schweren Komplikationen bei einer Schwangerschaft und der Geburt sehr hoch. Auch die „unversehrte Jungfräulichkeit“ spielt eine Rolle. Je jünger das Mädchen, desto eher ist diese gegeben und desto größer ist die Gefahr für das Leben des ungeborenen Kindes und der Mutter. 

Wie können wir helfen? 

Es ist definitiv höchste Zeit gegen die Unterdrückung, Diskriminierung und das Verwehren von einem selbstbestimmten Leben von Frauen und Mädchen vorzugehen. 

Mit eines der wichtigsten Hilfen für Frauen ist es, sie aufzuklären über ihre Rechte und ihnen eine Zukunft und Bildung zu bieten. Dafür gibt es sehr viele Hilfsorganisationen, die Spenden entgegennehmen.  

Organisationen leisten Aufklärungsarbeit, bieten den Mädchen eine Unterkunft und geben ihnen die Chance, eine Ausbildung zu absolvieren. 

Betroffene können sich außerdem für Hilfe und bei Fragen an das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ wenden: 08000 116 016. 

Auch Angehörige und Verwandte können sich bei dieser Nummer Hilfe holen. 

Quellen: 

https://www.care.de/care-hilfe/themen/frauen-und-maedchen/zwangsheirat?code=9226&gclid=Cj0KCQiAgomBBhDXARIsAFNyUqMirL7e4SoYJP3es4Wqz7hE3paBJdY0wtuOOJ3rZ_p1V6Vy7NhJexQaAm7AEALw_wcB
https://www.humanrights.ch/de/ipf/menschenrechte/familie/zwangsheirat-frage-religion-nationalitaet
https://www.familienrecht.net/zwangsheirat/#:~:text=Die%20Zwangsverheiratung%20in%20Deutschland%20ist,bis%20zu%20f%C3%BCnf%20Jahren%20bestraft.
https://www.zwangsheirat.de/informationen/zwangsheirat
https://www.plan.de/kinderschutz/zwangsheirat.html
https://www.hilfetelefon.de/gewalt-gegen-frauen/zwangsheirat.html#:~:text=Wo%20finden%20Betroffene%20von%20Zwangsheirat,k%C3%B6nnen%20sich%20hier%20beraten%20lassen.
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